Decathlon will 50-Prozent-Beteiligung an der Einkaufsgemeinschaft von Sport 2000 Frankreich erwerben
Der französische Sportartikelhändler Decathlon hat eine Absichtserklärung mit der Céraclès Coopérative, der ehemaligen Sport 2000 Frankreich, unterzeichnet. Wie beide Parteien am Montag mitteilten, sieht sie den Erwerb von 50 Prozent der zentralen Einkaufsgemeinschaft vor, die die Filialen beliefert. Über finanzielle Details wurden keine Angaben gemacht.
Der Abschluss der Transaktion könnte „im Laufe des Jahres 2027“ erfolgen, erklärte Bastien Grandgeorge, der Geschäftsführer von Decathlon Frankreich, gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP). Dies stehe jedoch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der französischen Wettbewerbsbehörde Autorité de la Concurrence.
Decathlon würde im Rahmen der Vereinbarung nicht die Sport-2000-Läden kaufen, da diese unabhängig bleiben sollen. Stattdessen erwirbt das Unternehmen die Hälfte der zentralen Gruppe, die ihre gemeinsamen Aktivitäten abwickelt. In dieser sind der Einkauf, die Entwicklung des Produktangebots, die Logistik und das Marketing gebündelt, Eigentümerin der Geschäfte ist sie aber nicht. Die Gesellschaft befindet sich derzeit vollständig im Besitz von Céraclès, einer Genossenschaft von Unternehmer:innen, die die Geschäfte unter den verschiedenen Marken betreiben.
Reichweite in ländlichen und Bergregionen
Der Reiz für Decathlon liegt anscheinend weniger in der Finanzkraft der Einkaufsgemeinschaft. Diese erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 98 Millionen Euro bei einem Nettogewinn von 215.000 Euro. Vielmehr geht es um die Position, die das Flaggschiff der Mulliez-Gruppe durch die Vereinbarung innerhalb des Sport-2000-Netzwerks erhalten würde. Zur Mulliez-Gruppe gehören auch die Handelsketten Auchan und Leroy Merlin.
Die beiden Partner decken unterschiedliche Bereiche ab. Sport 2000 ist in ländlichen Gebieten und vor allem in Bergorten stärker vertreten. Dort sind die großflächigen Geschäfte von Decathlon kaum präsent. Die Kooperation würde den Einzelhändler „noch näher an die Kund:innen an Orten bringen, an denen wir nicht präsent waren“, so Grandgeorge.
Das Projekt ziele darauf ab, die „gegenseitigen Stärken“ zu kombinieren, so der Geschäftsführer. Dabei trifft das integrierte Modell von Decathlon, das unter anderem eigene Marken wie Quechua anbietet, auf das Genossenschaftsmodell von Céraclès. Dies könnte dazu führen, dass Decathlon-Eigenmarken in den Regalen einiger Sport 2000-Geschäfte landen. Damit würde eine „Marktlücke“ in deren Angebot gefüllt, erklärte Thierry Lavigne, der Vorsitzende von Céraclès. Jeder Händler könne jedoch frei entscheiden, ob er die Produkte ins Sortiment aufnimmt. Beide Gruppen schlossen ein Verschwinden oder eine Umwandlung der Céraclès-Marken aus.
Die Partner erwägen auch Kooperationen im E-Commerce und bei Dienstleistungen. Dazu gehören der Verleih von Skiausrüstung, eine langjährige Spezialität von Sport 2000, und Fahrradreparaturen über Mondovélo, eine weitere Marke der Genossenschaft.
Fusion auf dem Prüfstand
Die Regulierungsbehörde wird die größte Hürde sein. Anfang 2024 genehmigte sie die Übernahme von sieben Go-Sport-Filialen durch ein Intersport-Mitglied. Zuvor hatte Intersport bereits 2023 Dutzende Go-Sport-Filialen übernommen. Damals schloss die Behörde ein Risiko für den Wettbewerb aus. Sie stellte fest, dass Decathlon und Sport 2000 weiterhin Wettbewerbsdruck ausüben würden. In fünf von sechs sich überschneidenden Einzugsgebieten wären die beiden Marken demnach „in der Lage, mit dem neuen Unternehmen zu konkurrieren und es zu disziplinieren“.
Damals berechnete die Behörde, dass Decathlon allein über 50 Prozent des nationalen Marktes für große Sportfachhändler ausmachte. Diese strenge Definition schloss den E-Commerce aus. Ein 50-prozentiger Einstieg in die Einkaufsgemeinschaft von Sport 2000 wird die Behörde zwingen, diese Argumentation erneut zu prüfen. Dies gilt, obwohl die Geschäfte rechtlich unabhängig bleiben.
Der Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der die Umsätze im Céraclès-Netzwerk zurückgehen. Die 732 Filialen erwirtschafteten 2025 einen Gesamtumsatz von 788 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, obwohl 30 zusätzliche Verkaufsstellen eröffnet wurden. Für 2026 prognostiziert die Genossenschaft einen Umsatz von 768 Millionen Euro und hält an ihrem Ziel von 1.000 Filialen bis 2030 fest. Zum Netzwerk gehören neben Sport 2000 und Mondovélo auch S2 Sneakers Specialist, WAS We Are Select und Ekosport Rent.
Decathlon Frankreich spielt in einer anderen Liga. Das Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von fast vier Milliarden Euro.
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI verfasst.
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